Jobsuche – mit Plan zum richtigen Jobportal

Jobsuche – mit Plan zum richtigen Jobportal

Kein Mangel an Stellenbörsen, Apps und Jobportalen

Du bist auf Jobsuche? Dann wird dir schon aufgefallen sein, dass an Stellenbörsen und Jobportale wirklich kein Mangel herrscht. Die vielen verschiedenen Möglichkeiten, sich nach einem (neuen) Job umzusehen, macht den Markt recht unübersichtlich. Jedes Portal hat seine Vor- und Nachteile, oftmals abhängig davon, nach welcher Beschäftigungsart sich der Suchende umsieht. Einen großen Schritt machst du, wenn du dir vor der Suche klar machst, für welchen Zweck die verschiedenen Angebote am besten geeignet sind. Und welche deshalb für dich am besten passt.

Ich will an dieser Stelle gar nicht den Anspruch erheben, eine vollständige Übersicht über die Portale zu liefern. Aber wenn man versteht, wofür sich welche Sorte am besten eignet, erspart man sich eine Menge Zeit und ggf. auch Frustration. Ich habe in diesem Artikel deshalb einmal den Versuch einer Kategorisierung vorgenommen. Detaillierter werden die wichtigsten Jobportale und Stellenbörsen in den zukünftigen Beiträgen auf BAPPLY beschrieben. Worum geht es also?

1. Klassische Jobbörsen im Netz

Der Markt der Online-Jobbörsen ist sehr groß. Portale wie Experteer, Stepstone und Monster gehören dazu und ich würde spontan sagen, dass das auch die wichtigsten sind. Hier laden Personaler ihre Stellenausschreibungen und Personalgesuche hoch und du kannst sie nach Schlagworten wie Berufsbezeichnungen, Firmennamen und Standorten durchsuchen.

Vergleichbar mit Portalen zur Wohnungssuche kannst du hier auch Suchaufträge für dich anlegen, um über passende Stellen blitzschnell per Mail informiert zu werden. Du kannst auch deinen Lebenslauf hochladen, damit du von Personalern gefunden werden kannst (auf Unternehmensseite als Active Sourcing bezeichnet). Ehrlich gesagt habe ich aber noch nie davon gehört, dass jemand zum Gespräch eingeladen wurde, weil er seinen CV ins Netz gestellt hat. Also lieber nicht darauf verlassen und auf jeden Fall selbst Interesse signalisieren!

Unterm Strich gehören die klassischen Jobbörsen bei deiner Jobsuche unbedingt auf den Radar. Sie haben eine große Bandbreite verschiedener Jobs für alle Beschäftigungsarten und Karrierelevels. Und sie sind technisch auf der Höhe. Anmelden!

2. Business Netzwerke

Business Netzwerke sind super! Sie sind in vielerlei Hinsicht praktisch und aus meinem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. LinkedIn und XING sind die beiden großen Netzwerke in Deutschland. Unterm Strich sind sich die beiden Plattformen recht ähnlich: neben Kontaktpflege bieten sie dir News-Inhalten und Gruppen zum Austusch. Aber sie helfen dir inzwischen auch bei der Jobsuche! Und das tatsächlich auch sehr zielgerichtet und aufgeräumt.

Die Anbieter checken deine Profilangaben und schlagen dir passende Jobs vor. Zusätzlich kannst du auch noch selbst umfangreiche Suchfunktionen nutzen.

Ein Nachteil ist, dass du natürlich dein Profil immer auf dem aktuellen Stand halten muss. Aber hey, das solltest du eh tun, wenn du bei der Jobsuche ernst genommen werden willst. Denn die Personaler in vielen Unternehmen checken dich durch, bevor sie dich haben wollen. Aber das ist ein anderes Thema.

3. Matchmaker

Hier kommen die neuen Player, in Deutschland sind zum Beispiel Truffls oder Jobspotting am Start (in den USA ist der Markt viel schon viel weiter). Diese Portale sind vor allem eines: schnell.

Erst einmal abchecken, ob da grundsätzlich was ginge, bevor man sich groß Gedanken, was man sagen oder schreiben soll. Kommt dir bekannt vor? Mir auch! Die Matchmaking-Plattformen (auch als Job-Matching bezeichnet) erinnern stark an Tinder. Als Bewerber swipest du durch die Stellenanzeigen, die auf Basis deiner Angaben per Algorithmus für dich ausgewählt werden. Wenn eine Stelle für dich interessant klingt, schickst du dem Unternehmen nur noch einen entsprechenden Ping und die Leute aus der Personalabteilung können sich deine Daten ansehen. Über einen eingebauten Messenger können sie dann direkt Kontakt mit dir aufnehmen

Auch extrem praktisch: Du kannst deine persönlichen Informationen aus deinem LinkedIn- oder XING-Profil importieren und dann bist nach ein paar Handgriff startklar. Das geht alles super convenient, ist technisch einwandfrei gelöst und zeitgemäß. Was die Art der Jobs angeht, war der erste Eindruck einer Freundin: sehr viel Jobs aus der Digitalszene aber zum Beispiel wenige für klassische Betriebswirte.

ABER, es muss sich erst noch zeigen, wir belastbar die Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen sind, die aus solch einem Matchmaking entstehen. Bisher gibt es da zu wenig Erfahrungen, jedenfalls in meinem persönlichen Umfeld. Die Zahl der aus Tinder resultierenden Langzeitbeziehungen ist ja auch überschaubar.

4. Micro-Jobbing-Portale

Der Name deutet es an. Hier geht es um Micro-Jobs. AppJobber zum Beispiel oder Zenjob gehören dazu. Hier geht ihr eine Anstellung mit dem Portal ein und werdet dann an Unternehmen entliehen, die gerade Bedarf haben. Also grundsätzlich vergleichbar mit Zeitarbeit. Oder ihr kriegt einen Auftrag, z.B. zum Einholen von Informationen (insb. im Handel), zum Erstellen von Übersetzungen o.ä. und werdet dann nach erbrachter Leistung bezahlt.

Ich denke, dass sich diese Plattformen besonders für die Suche nach Neben- oder Aushilfsjobs eignen. Aber das kann dann auch sehr gut funktionieren und ist enorm praktisch.

Treiber dieser Art von Portalen sind eindeutig Smartphones und Digitalisierung. Dass Suchende so schnell und einfach echtes  Geld verdienen können und Unternehmen ebenso schnell Aushilfen beschaffen kann, ist wirklich revolutionär. Auf das Thema gehen wir an anderer Stelle noch einmal genauer ein. Auf jeden Fall spannend!

6. Social Media

Unsere Lieblingszeitfresser halten auch immer ein paar Jobangebot für dich bereit. Insbesondere Facebook und Twitter werden von zahlreichen Firmen gerne genutzt, um sich möglichst modern zu präsentieren. Das geht manchmal nach hinten los und wirkt bisweilen etwas skurril, aber es sollte euch nicht davon abhalten, die Firmen, die euch gefallen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was die Firmen hier machen, nennt sich übrigens Employer Branding, um die Arbeitgebermarke im besten Licht dastehen zu lassen. Wichtig: wenn ihr aktiv auf Jobsuche seid, müsst ihr auf Nummer sicher gehen, dass es der Karriere-Account euer Zielfirma ist, dem ihr folgt – und nicht der vom Produktmarketing. Sonst gibt es statt Jobs bei Zalando bald nur noch mehr Schuhwerbung in eurem Stream.

Wirklich ernsthaft gute Jobs werden meiner Meinung nach nicht über Social Media vermittelt. Aber um sich ein Bild von einem Unternehmen zu machen (oder überhaupt erst einmal darauf aufmerksam gemacht zu werden), taugen Facebook und Co. allemal. Auch als Informationsquelle bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch kann es sehr hilfreich sein, den Unternehmen im Netz zu folgen.

Auch XING und LinkedIn bieten Unternehmen die Möglichkeit, Company Profiles anzulegen, denen ihr folgen könnt. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich interessante Jobs geposted werden auch höher als auf Facebook und Twitter. Die wirkliche Macht von Business Netzwerken haben wir aber schon weiter oben besprochen. Weitere Gedanken zur Informationsbeschaffung findest du hier.

7. Tageszeitung

Der Klassiker. Es gibt viele Jobs, die nach wie vor in den Tageszeitungen ausgeschrieben werden, weil sie sich an ein lokale begrenztes Publikum richten. In der Regel werden diese Jobs dann auch auf der Website eurer Lokalzeitung aufgelistet bzw. ausgeschrieben. Wenn du eine konkrete Vorstellung von dem Ort hast, an dem du gerne arbeiten möchtest, dann solltest du den lokalen Zeitungsmarken wirklich eine Chance geben. Neben der Netzausgabe würde ich auch die auf Papier empfehlen. Warum? Die lokale Zeitung versorgt dich besser als jedes andere Medium darüber, was in deiner Stadt oder Region so los und was auch die dort ansässigen Unternehmen beschäftigt. Häufig gibt es in den Ausgaben auch wertvolle Tipps zu Qualifikationen und Bewerbungsphasen, wenn die Stellenanzeigen erscheinen.

Finde heraus also, wann die Printausgabe eure Lokalzeitung ihren Stellenmarkt in der Zeitung hat. Meistens ist das an Samstagen der Fall. Und dann kannst du immer noch entscheiden, ob es für deine Region sinnvoll ist, in das lokale Medium zu schauen oder ausschließlich auf den Online-Plattformen.

8. Aggregatoren

Bei Aggregatoren geht es zu wie auf einer Suchmaschine. Du gibst einen Jobbegriff ein und kriegst Links ausgespielt zu Anzeigen, die an anderer Stelle im Netz geschaltet wurden. Indeed ist zum Beispiel so ein Sammelbecken. Die Suche war schnell, direkt und sehr ergiebig.

Ich finde persönlich finde das bislang aber sehr unübersichtlich. Man hat außerdem keine Möglichkeit zur Feinjustierung der Suche. Hier geht es eindeutig mehr um Masse und nicht darum, den Nutzern eine Stellenanzeige anzubieten, die wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint. Ich den Aggregator aber total praktisch, um mir einen Überblick zu verschaffen, weil ich auf einen Blick sehr viele Angebote scannen kann.

Fazit?!

Wer schnell einen (Aushilfs-)Job sucht, sollte die Aggregatoren bemühen und spaßeshalber auch einmal eine Micro-Job-App installieren. Für Vollzeitjobs kann abhängig von deinem Berufsfeld eine Jobmatching-Plattform interessant sein.

Immer anschauen würde ich mir die klassischen Jobportale. Abhängig von der Branche und deinem Karrierelevel solltest du sowieso dein Business-Netzwerk-Profil pflegen und dann kannst du dir auch Stellenanzeigen anschauen. Und wenn du deinen Wunscharbeitsort regional eingrenzen kannst, würde ich dir einen Blick in die Tageszeitung oder deren Website sehr empfehlen.

Wie gehst du bei der Jobsuche vor?

Es würde mich sehr freuen, auch von deinen Geschichten und Erfahrungen zu hören und mit dir darüber ins Gespräch zu kommen. Ehrlich! Also schreib‘ mir gerne Fragen oder Kommentare zu dem Thema an freunde@bapply.de oder hinterlasse uns einen Hint in der Kommentarspalte!

John

John

Die Zukunft der Arbeitswelt ist mein Fokusthema. Ich möchte jetzt schon verstehen, wie Berufsleben morgen funktioniert - und die Gedanken auf Bapply.de teilen. Dafür lese ich viel über neue Organisationsformen und -modelle (Stichwort "New Work") und führe regelmäßig Gespräche mit interessanten Menschen.
John


1 thought on “Jobsuche – mit Plan zum richtigen Jobportal”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *